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Aug 28 2017

Kinder mögen Süßes. Deshalb bekommen Kinder zur Belohnung  auch  Süßigkeiten wie Bonbons, Gummibärchen oder Schokolade. Eine Geburtstagsfeier ohne süße Naschereien ist so gut wie undenkbar.  Und was wären Weihnachten und Ostern ohne die zugehörigen Schokoladenfiguren? Kurz: Zu allen denkbaren Anlässen erhalten Kinder etwas Süßes. Doch in den seltensten Fällen handelt es sich bei den Süßigkeiten um süße Früchte. Es sind praktisch immer künstlich erzeugte Produkte, die in der Natur so nicht vorkommen. Denn es gibt weder einen Strauch, der Gummibärchen als Frucht trägt noch einen Bonbonbaum. Und die Frage stellt sich daher, ob ein künstlich erzeugtes Produkt wirklich gut für den Körper eines Kindes sein kann - und auch für den Körper eines Erwachsenen.

Merkwürdigerweise machen sich die wenigsten Mütter und Väter über diesen Punkt Gedanken. Während die meisten ihren Kindern selbstverständlich keine alkoholischen Getränke verabreichen, weil diese als schädlich angesehen werden, wird die Gabe von Süßigkeiten und Limonaden offensichtlich als harmlos angesehen. Und natürlich würde keine Mutter ihrem Kind ein Glas "alkoholfreies" Bier mit ausgewiesenen 0,3 Prozent Alkohol zum Trinken geben, denn darin ist ja immer noch Alkohol enthalten. Das Kind bekommt ein Glas  mit gesundem Apfelsaft und nichts mit dem schädlichen Alkohol. Aber woher weiß Mama, dass der Apfelsaft keinen Alkohol enthält? Nun, es steht nichts davon auf der Packung, also ist kein Alkohol drin, schlussfolgert sie. Doch in diesem Punkt irrt die Mama leider. Nur weil auf der Packung nichts steht, bedeutet das noch lange nicht, dass die enthaltene Flüssigkeit keinen Alkohol sowie weitere chemische Substanzen enthält. Es ist vielmehr so, dass Fruchtsäfte bis zu 0,3 Prozent Alkohol enthalten, bedingt durch natürliche Gärvorgänge. Das bedeutet, dass ein Glas Apfelsaft (200 ml) durchaus ein halbes Gramm Alkohol enthalten kann - so viel, wie auch in der gleichen Menge "alkoholfreien" Bieres enthalten ist.

Was Alkohol und Zucker gemeinsam haben
Von Alkohol ist bekannt, dass er unter bestimmten Voraussetzungen zur Abhängigkeit führen kann. Deshalb gibt die besorgte Mutter ihrem Kind auch keine Getränke, welche offensichtlich Alkohol enthalten. Kaum bekannt ist dagegen, dass auch Zucker eine erhebliche Suchtkomponente besitzt.  Und der Suchtmechanismus der "Zuckersucht" zeigt viele Ähnlichkeiten zu dem der Alkoholsucht auf. Wie Alkohol, braucht auch Zucker B-Vitamine zu seiner Verarbeitung im Stoffwechsel.
Bei der Zufuhr alkoholischer Getränke werden im Körper die gleichen Rezeptoren angesprochen wie beim B-Vitamin-Komplex. Weil die Rezeptoren nun B-Vitamine anzeigen, an welchen der Organismus einen Bedarf hat, signalisiert der Organismus "Verlangen". Tatsächlich werden jedoch keine B-Vitamine zugeführt. Die Verstoffwechselung des Alkohols vermehrt sogar noch das Defizit an B-Vitaminen. Folglich ist das Verlangen nach dem vermeintlichen B-Vitamin-Lieferanten nicht gestillt, sondern noch größer geworden. Und damit beginnt die Spirale des suchtartigen Verlangens. In ähnlicher Weise ist auch der Ablauf bei dem Verlangen nach Zucker anzunehmen, denn auch Industriezucker verbraucht B-Vitamine, ohne sie zu liefern. Beim Industriezucker kommt noch ein weiterer Mechanismus hinzu: Er ist gut löslich und führt bei Zufuhr zu einem unnatürlich raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Weil ein zu hoher Blutzuckerspiegel lebensgefährlich wäre, schüttet die Bauchspeicheldrüse so viel Insulin wie möglich aus, um dem gefährlichen Anstieg entgegenzuwirken. Diese große Insulinmenge führt jedoch in der folgenden Phase zu einer starken Absenkung des Blutzuckerspiegels. Und genau das erzeugt das Verlangen nach Süßem, um den Blutzuckerspiegel wieder anzuheben. Erneut beginnt der schaukelnde Suchtzyklus...

Der Zucker, das Schlitzohr
Was ist nun eigentlich Zucker? Das ist der weiße Stoff, der Süßigkeiten süß macht. Und Zucker ist in der Tat ein Schlitzohr, ein hinterlistiger Geselle. Denn  Zucker macht nicht nur süß. Wenn nun im folgenden von Zucker die Rede ist, dann ist damit der industriell hergestellte, extrahierte, raffinierte und isolierte Küchenzucker gemeint, wie er üblicherweise in Industrie  und Haushalt verwendet wird. Häufig wird an Stelle des Zuckers zur besseren Verarbeitung auch Sirup verwendet. Das ist lediglich ein anderer Begriff für eine stark konzentrierte Zuckerlösung.

Haushaltszucker ist eine Substanz, welche aus ihrem ursprünglichen natürlichen Verbund (Zuckerrübe, Zuckerrohr) durch geeignete physikalische und chemische Verfahren herausgelöst wird. Dabei werden alle natürlichen Begleitstoffe wie Mineralien und Vitamine entfernt und ein chemisch reines Produkt wird erhalten, die Saccharose. Chemisch gesehen ist Saccharose ein sogenanntes Disaccharid. Das bedeutet, dass ein Zuckermolekül aus je einem  Molekül Traubenzucker und einem Molekül Fruchtzucker besteht, welche chemisch miteinander fest verbunden sind. Im Körper wird der größte Teil des Zuckers in die beiden Einzelmoleküle Traubenzucker und Fruchtzucker aufgespalten, welche dann auf unterschiedlichen Wegen im Körper verstoffwechselt werden. Traubenzucker (Glukose) wird dabei unter optimalen Bedingungen zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut und liefert dem Körper Energie.  Der Traubenzuckergehalt des Blutes (Blutzucker) wird u.a.  über das Hormon Insulin geregelt. Es liegt auf der Hand, dass eine übermäßige Zuckerzufuhr die biologischen Gleichgewichte stört und auf die Dauer zu Erkrankungen führt (zum Beispiel Diabetes Typ-2).

Das Problem Fruktose
Das Hauptproblem beim Haushaltszucker liegt m.E. nach in dem Molekülteil Fruchtzucker (Fructose), welches aus dem Disaccharid Saccharose im Körper freigesetzt wird. Im Allgemeinen nehmen wir auf rein natürlichem Wege Fruchtzucker über Früchte auf, daher auch der Name dieser Zuckerart. Doch hält sich der Verzehr von Früchten und damit die Aufnahme von Fruchtzucker in engen Grenzen, weil wir über eine natürliche Appetithemmung verfügen. Wer ißt schon mehr als  ein Kilogramm Früchte pro Tag? Dazu müßte man sich schon zwingen. Der Fruchtzuckergehalt von handelsüblichen Früchten bewegt sich zwischen 7,4 g (Trauben) bis 1,3 g (Mandarinen) pro 100 g Früchte. Äpfel enthalten etwa 5,7 g Fruchtzucker pro 100 g Apfel. Der durchschnittliche Apfel im kg-Gebinde wiegt etwa 150 g und enthält demnach etwa 8,5 g Fruchtzucker. Anders sieht es bei Softdrinks, Limonaden und Cola aus. Diese enthalten im Durchschnitt rund 10 g Zucker pro 100 ml. Für einige dieser Getränke wird sogar  Maissirup als Süßstoff eingesetzt, wobei der Fruktosegehalt auf bis zu 90 Prozent gesteigert wird.

Es gibt nicht gerade wenige Menschen, die täglich mindestens eine Flasche Cola, Limonade oder ähnliches trinken. Zwei und mehr Flaschen pro Tag sind leider keine Seltenheit. Vom Volumen her betrachtet entspricht das einer Flüssigkeitsmenge von einem bis zwei Litern. Diese Menge enthält in etwa 100 bzw.  200 g Zucker, wovon  die Hälfte oder auch mehr Fruktose ist.

Der Zucker im Softdrink benebelt zwar nicht die Sinne, wie das bei Alkohol der Fall ist, jedoch ist er deswegen noch lange nicht harmlos. So wird eine überhöhte Aufnahme von Fruktose nach bisherigen Erkenntnissen  in Zusammenhang gebracht mit  der Entwicklung 

  • von Bluthochdruck
  • von Fettleibigkeit
  • des metabolischen Syndroms
  • von erhöhten Cholesterin- und Triglyceridwerten
  • von koronaren Herzkrankheiten
  • einer Leberschädigung bis hin zur Fettleber
  • einer krankhaften Vermehrung des Bindegewebes
  • von Gicht

Besonders erwähnenswert in dieser Aufzählung dürfte sein, dass nach neueren Untersuchungen der Fruktosekonsum eine eigenständige Rolle für nicht-alkoholbedingte Fettlebererkrankungen spielt.

Neben den oben aufgeführten Erkrankungen führen auch noch Störungen der Fruktose-Aufnahme im Darm zu Krankheitssymptomen. Etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung in Mitteleuropa zeigen krankhafte Reizdarmsymptome. Dabei handelt es sich um Blähungen, Bauchschmerzen, breiigen, teils übelriechenden Stuhl und Durchfall.

Wieviel Fruktose macht krank?
Doch wieviel Fruktose ist zu viel? Diese Frage dürfte sicher nicht eindeutig zu beantworten sein. Beim Alkohol gelten 12 g (15 ml) für Frauen und 24 g (30 ml) für Männer pro Tag als risikolos - wobei auch hier die Frage berechtigt ist, wie man diese Werte ermittelt hat. Bezogen auf Sekt bzw. Bier dürfte eine Frau täglich ein Gläschen Sekt oder eine kleine Flasche Pils trinken, ein Mann dagegen die doppelte Menge. Bei der Fruktoseaufnahme läßt sich zunächst einmal feststellen, dass noch vor hundert Jahren die tägliche Fruktoseaufnahme bei etwa 8 g lag. Die Fruktose stammte hauptsächlich aus Früchten und war nicht isoliert. Für diese natürliche Aufnahme ist unser Körper auf jeden Fall vorbereitet. Heute werden Mengen um 20 bis 25 g pro Tag als noch angemessen betrachtet - für Erwachsene wohlgemerkt.
Was bedeutet diese Menge nun bezogen auf einen Softdrink, Limonade oder Cola? Die Antwort ist: 2 Gläser (500 ml) Cola, Limo oder Softdrink enthalten bereits um die 50 g Zucker, wovon die Hälfte, also 25 g,  Fruktose ist. Bei Getränken mit Sirup als Süßungsmittel kann der Fruktosegehalt jedoch deutlich höher sein. Wer also mehr als 2 Gläser dieser gezuckerten Getränke pro Tag konsumiert, begibt sich bereits in den Risikobereich. Nicht zu vergessen an dieser Stelle sei die Tatsache, dass die andere Hälfte des Zuckers, die Glucose, im Körper ebenfalls zu Krankheiten führen kann.

Versteckter Zucker
Kuchen, Süßigkeiten, Marmelade sowie  praktisch alle Fertiggerichte enthalten Zucker, welcher  in dieser Betrachtung noch nicht berücksichtigt ist. Und genau hier liegt auch ein wesentliches Problem für die starke Zunahme  der sogenannten Zivilisationserkrankungen. Kaum einer weiß, wieviel Zucker er tatsächlich pro Tag aufnimmt. Nur eines ist sicher, es ist deutlich zu viel an Zucker. Wer sich selber seine Mahlzeiten bereitet, kann selbst bestimmen, wieviel Zucker verwendet wird. Aus Zeit- und Bequemlichkeitsgründen wird jedoch mehr und mehr zur Fertignahrung gegriffen - und diese enthält zur Appetitsteigerung Zucker.

Trotz des Fortschritts der medizinischen Forschung erkranken immer mehr Menschen. Alle Erkenntnisse sprechen dafür, dass es einen Zusammenhang mit dem Anstieg des Zuckerkonsums gibt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfielt daher, täglich nicht mehr als 25 g freien Zucker aufzunehmen. Diese 25 g sind bereits in einem Glas Cola oder Softdrink enthalten!

Fazit
Unser Organismus braucht Kohlenhydrate, und der Hauptenergiespender ist Zucker, welcher langsam und körperverträglich aus den Kohlenhydraten erzeugt wird. Was unser Organismus nicht braucht, ist isolierter Industriezucker. Dessen physiologische Wirkung darf keinesfalls gleichgesetzt werden mit derjenigen eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels wie zum Beispiel Vollkornnudeln oder Kartoffeln.
Wer diese Erkenntnis misachtet muss damit rechnen, dass er an einer der ernährungsbedingten Zivilisationkrankheiten erkranken wird. Nicht sofort, denn Zucker  schädigt nicht akut wie ein giftiger Pilz, sondern im Laufe vieler Jahre.  Genau so, wie sich ein Krebs im Laufe der Zeit entwickelt und sich dann als Krankheit manifestiert. Und die Krebszellen wiederum lieben Zucker über alles, davon ernähren sie sich bevorzugt.  Denn Krebszellen wachsen durch anaerobe Atmung- im Gegensatz zu normalen Zellen. Anders ausgedrückt: Krebszellen fermentieren Zucker, genau so wie Wein zur Gärung Zucker verbraucht.
Es gibt also viele Gründe, seinen Zuckerkonsum zu verringern. Denn: Zucker ist ein hinterhältiger Geselle - ein Schlitzohr, der mit Süße verführt und später seinen Tribut fordert. Und der ist alles andere als süß. Der ist bitter.

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